Die Frauen, die HipHop Kultur prägen und weitertragen
HipHop ist mehr als Musik, Tanz oder Kunst. HipHop ist eine Kultur, die von Menschen lebt, die ihr Wissen teilen, Communities aufbauen, Räume schaffen und der nächsten Generation neue Möglichkeiten eröffnen. Viele dieser Menschen stehen nicht im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Ihre Arbeit ist jedoch entscheidend dafür, dass sich die Kultur weiterentwickelt und ihre gesellschaftliche Wirkung entfalten kann.
Mit der Chain of Glory würdigt der HipHop Ball Persönlichkeiten, die sich über viele Jahre für die Entwicklung, Sichtbarkeit und Weitergabe der HipHop Kultur eingesetzt haben. Die Auszeichnung steht für Anerkennung innerhalb der Community und macht sichtbar, dass kultureller Einfluss nicht allein an kommerziellem Erfolg oder öffentlicher Bekanntheit gemessen werden kann.
Female Edition: Sichtbarkeit für die Frauen hinter der Kultur
2026 richtet die Chain of Glory ihren Fokus auf Frauen, die HipHop im deutschsprachigen Raum nachhaltig geprägt haben.
Sie sind Künstlerinnen, Gründerinnen, Mentorinnen, Aktivistinnen und Kulturvermittlerinnen. Sie schaffen Zugänge für junge Menschen, fördern Talente, hinterfragen bestehende Strukturen und setzen sich für mehr Chancengleichheit innerhalb der Kultur ein. Dabei geht es nicht nur um ihre individuellen Leistungen, sondern auch um die Menschen und Communities, die durch ihr Engagement gestärkt werden.
Kuratiert wurde die Chain of Glory 2026 von Alica Paeske, Geschäftsführerin von sPERANTO. Als Künstlerin und Kulturvermittlerin setzt sie sich selbst dafür ein, junge Menschen durch HipHop zu stärken und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen. Vier Frauen stehen 2026 stellvertretend für die Vielfalt dieses Engagements.



Alma Wellner Bou | SISTER*QUEENS
Alma Wellner Bou wuchs in Spanien und Deutschland auf und arbeitet heute als Künstlerin, Kuratorin und Projektmanagerin in Berlin.
2016 gründete sie SISTER*QUEENS, ein mehrfach ausgezeichnetes feministisches HipHop Projekt, das Mädchen, genderqueere Personen und Frauen durch Rap stärkt. Die Arbeit findet bewusst auch dort statt, wo kulturelle Angebote häufig fehlen: in Jugendzentren, sozialen Einrichtungen und Unterkünften für Geflüchtete.
2026 feiert SISTER*QUEENS sein zehnjähriges Bestehen. Im Mittelpunkt steht dabei das Prinzip „Each One Teach One“: Wissen wird geteilt, Erfahrungen werden weitergegeben und künstlerische Entwicklung entsteht gemeinsam.
Fidan Şirin | HaBer project e.V.
Für Fidan Şirin bedeutete HipHop von Anfang an Freiheit und Selbstbestimmung. Als Kind einer kurdisch türkischen Familie kam sie nach Deutschland und entdeckte den Tanz in Jugendclubs, obwohl ihre Eltern ihre Leidenschaft zunächst nicht unterstützten.
Aus dieser persönlichen Erfahrung entwickelte sich ihr Engagement für junge Frauen. Als Tänzerin, Lehrerin und Kulturvermittlerin schafft sie Räume, in denen Bewegung zu einem Ausdruck von Selbstvertrauen und persönlicher Entwicklung wird.
Mit HaBer project e.V. organisiert sie seit mehr als zehn Jahren internationale Begegnungen zwischen deutschen und kubanischen HipHop Tänzer. Ihr Engagement verbindet kulturellen Austausch mit nachhaltiger Community Arbeit über Ländergrenzen hinweg.
Lina Burghausen alias Mona Lina
Seit fast zwei Jahrzehnten prägt Lina Burghausen die deutsche Rap Szene hinter den Kulissen. Die Leipziger Musikjournalistin, PR Managerin und Kuratorin begleitet mit ihrer Agentur MONA LINA seit 2014 Künstler aus Rap und Pop.
Mit dem Blogprojekt 365 Fe*male MCs und dem Label 365XX setzt sie sich gezielt für die Sichtbarkeit von FLINTA* im Rap ein und macht auf strukturelle Ungleichheiten innerhalb der Musikbranche aufmerksam.
Für ihre Arbeit wurde sie unter anderem mit dem International Music Journalism Award und dem VUT Indie Award ausgezeichnet. Ihr Engagement zeigt, wie entscheidend journalistische Arbeit, Netzwerke und unabhängige Strukturen für eine vielfältige Musiklandschaft sind.

Nelody Ahlroth
Nelody Ahlroth ist Tänzerin, Choreografin, Regisseurin und Artistic Director. Seit Jahrzehnten ist sie Teil der HipHop Tanzszene und verbindet künstlerische Innovation mit der Weitergabe von Wissen und Erfahrung.
Mit ihrem #conFUSIONconcept bringt sie Tanz, Film, Bühne und Live Musik zusammen. Durch die STRONGEST CONNECTION community hat sie außerdem einen Raum geschaffen, in dem Bewegung Menschen unabhängig von Herkunft und Erfahrung verbindet.
Ihr Verständnis von HipHop geht über die bekannten Werte „Peace, Love, Unity & Having Fun“ hinaus. Für sie bedeutet die Kultur auch Verantwortung: Wissen bewahren, Erfahrungen teilen und andere dazu ermutigen, selbst Teil der Bewegung zu werden.
Anerkennung für das, was bleibt
Die vier ausgezeichneten Frauen stehen für unterschiedliche Disziplinen, Biografien und Perspektiven. Was sie verbindet, ist ihr langfristiges Engagement für eine Kultur, deren Stärke in Gemeinschaft, Austausch und gegenseitiger Unterstützung liegt.
Mit der Chain of Glory schafft der HipHop Ball eine Bühne für genau diese Leistungen und trägt dazu bei, kulturelle Arbeit sichtbar zu machen, die häufig abseits großer Bühnen stattfindet.
Denn das Vermächtnis einer Kultur entsteht nicht allein durch diejenigen, die im Rampenlicht stehen, sondern auch durch diejenigen, die anderen den Weg dorthin ermöglichen.
Links:
Alma Wellner Bou – SISTER*QUEENS
Fidan Şirin – HaBer project e.V.
Lina Burghausen alias Mona Lina
Nelody Ahlroth


